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die Lichtlüge

Zum Thema Beleuchtung kursieren -- vom Laien bis zum Elektrofachmann -- einige weit verbreitete Vorstellungen, die in Bezug auf die moderne Beleuchtungstechnik grundfalsch sind. Die Aussagen beziehen sich auf moderne Stromsparende Fluoreszenzlampen (z.B. Kompaktleuchtstofflampen und Dreibandenlampen). An dieser Stelle soll deshalb einmal mit den größten Vorurteilen aufgeräumt werden. Das Gesagte gilt ebenso für Leuchtstofflampen („Neon-Röhren“) neueren Typs.

Behauptung 1:

Einschalten von Fluoreszenz-Lampen (FL) braucht mehr Energie als eine Stunde Betrieb.“

.. und so ist es:

Das Einschalten verursacht keinen Mehrverbrauch an Energie, Abschalten bringt immer eine Energieeinsparung. In der kurzen Zündzeit von rund einer Sekunde würde ein derartiger Energieverbrauch -- wie oben behauptet -- zum Beispiel bei einer 36-Watt-Lampe eine Leistung von 130.000 Watt verursachen; das würde sofort die Hauptsicherung eines ganzen Gebäudes zum Schmelzen bringen.

Zum Start einer Leuchtstofflampe ist kurzfristig eine erhöhte Zündspannung erforderlich. Während des Betriebs wird die Spannung dann auf ca. 110 V gedrosselt. Häufig hört man, dass allein der Startvorgang so viel Energie verbraucht, dass dadurch die Einsparung durch das Abschalten bei Pausenzeiten von 10 - 15 Minuten zunichte gemacht würde. Dies stimmt jedoch nicht! Beim Startvorgang wird (üblicherweise durch einen Glimmzünder) die Leuchtstoffröhre zunächst „kurzgeschlossen“. Dadurch fließt der Strom durch die Lampenelektroden und heizt diese vor. Der Starter unterbricht dann diesen Vorheiz-Stromkreis, wodurch im Vorschaltgerät (Spule) eine Spannungsspitze induziert wird, die ausreicht, um den eigentlichen Brennvorgang auszulösen. Dabei fließt der Strom durch die Gasfüllung der Röhre von einer Elektrode zur anderen. Der eigentliche Zündvorgang verbraucht keine zusätzliche Energie, da die Spannungsspitze von der Drosselspule bereitgestellt wird, wo sie „gespeichert“ ist. Während dieses Vorganges ist die Stromzufuhr unterbrochen und kommt erst nach erfolgreichem Start des Brennvorgangs wieder in Gang. Lediglich während des Vorheizens der Elektroden fließt ein etwas höherer Strom, jedoch für maximal 2-3 Sekunden. Der Startvorgang verbraucht daher insgesamt nicht mehr Energie als der Betrieb der Lampe für maximal 10-15 Sekunden! An einer ausgedienten Leuchte, die mit einem Schukostecker ausgestattet wird, lässt sich dies auch einfach mit Hilfe des Strom-Messgeräts oder (genauer) mit einem Oszilloskop zeigen. Allerdings beansprucht der Startvorgang die Lampen und häufiges An- und Ausschalten setzt (besonders bei konventionellen Vorschaltgeräten und Glimmstartern) die Lebensdauer herab. Bei elektronischen Startern und Vorschaltgeräten tritt jedoch auch dieser Effekt kaum noch auf. Die Lampenhersteller stellen Kurven zur Verfügung, aus denen die Verkürzung der Lampenlebensdauer in Abhängigkeit vom Schaltrhythmus abgelesen werden kann. Bei bekannten Kosten für das Auswechseln der Lampen, für die neue Lampe sowie für den Strom kann man daraus die maximale Pausendauer ermitteln, ab der sich das Abschalten auch betriebswirtschaftlich lohnt.